Vortrag: 70 Jahre Stadtklimatologie in Stuttgart

Der ehemalige Leiter der Abteilung Stadtklimatologie beim Amt für Umweltschutz, Professor Dr. Jürgen Baumüller, hält am Montag, 5. Oktober, 19 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathaus einen Vortrag zum Thema 70 Jahre Stadtklimatologie in Stuttgart .





Baumüller gibt einen Rückblick auf die Entwicklung der Stadtklimatologie, die eng mit der städtebaulichen Entwicklung und städtebaulichen Projekten verbunden ist. Er berichtet, wie das Team der Stadtklimatologen, dem verschiedene Berufsgruppen angehören, arbeitet, um die Umweltbedingungen in der Stadt zu verbessern. Er weist auf die örtlichen Klimamerkmale hin, die man sich dabei zu Nutze macht. Professor Baumüller wird von Erfolgen, aber auch von Hindernissen und Rückschlägen berichten. Des Weiteren wird er auf die Herausforderungen eingehen, die sich aus Klimawandel ergeben.

Den Zusammenhang, dass städtische Bebauung und städtisches Siedlungswesen die Qualität von Luft und Klima beeinflussen, hat P. A. Kratzer 1937 in Kloster Ettal 1937 mit seinem Buch „Das Stadtklima“ zum ersten Mal aufgezeigt.

Damit war zugleich ein neues Arbeitsgebiet der Meteorologie entstanden, das im Zusammenhang mit den traditionellen Anforderungen des Gesundheitsschutzes nach „Besonnung, Belichtung und Belüftung“ in Stuttgart eine lange, nunmehr 71 Jahre zurückreichende Tradition hat: Im Jahr 1938 beschloss der Stuttgarter Gemeinderat die Anstellung eines Meteorologen, um Untersuchungen über die klimatischen Verhältnisse der Stadt vornehmen zu lassen und die Beziehungen zum Städtebau aufzuzeigen.

Schwierige Topographie und Windarmut

Das Arbeitsgebiet „Stadtklimatologie“ hat sich als integraler Bestandteil der Stuttgarter Stadtverwaltung weiterentwickelt. Es wird heute von der Abteilung Stadtklimatologie des Amts für Umweltschutz wahrgenommen. Deren Bedeutung kann vor dem Hintergrund der komplexen topographischen Situation der Stadt Stuttgart sowie der hier vorherrschenden Windarmut nicht hoch genug eingeschätzt werden: Das milde Klima einer Weinbauregion bewirkt hohe Temperaturen sowie Schwüle und die damit verbundenen gesundheitlichen Belastungen. Auch das episodenhafte Ansteigen der Luftbelastung ist auf die Windarmut zurückzuführen.

Die Belüftung der Stadt und damit der Abtransport von Luftverunreinigungen werden bei ruhigem Wetter allerdings durch lokale, thermisch bedingte Windsysteme gefördert. Das Wissen um die bevorzugten Bahnen des Luftaustauschs und der Frischluftschneisen ist somit eine wichtige Grundlage für die Stadtplanung.



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