Studie begleitet Schüler auf dem Weg ins Berufsleben

Gabriele Müller-Trimbusch, Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, hat im Jugendhilfeausschuss am 12. Oktober die Ergebnisse aus der zweiten Befragung der Längsschnittstudie Stuttgarter Haupt- und Förderschüler/-innen auf dem Weg von der Schule in die Berufsausbildung vorgestellt.





Die vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) auf drei Jahre hin angelegte Studie begleitet Schüler bei ihrem Weg von der Schule ins Berufsleben. Müller-Trimbusch sieht in der Studie ein wichtiges Instrument für die Stadt, den Weg chancenarmer junger Menschen von der Schule in den Beruf zu unterstützen und zu verkürzen.

Die Studie zeigt, welche Ausbildungswege erfolgreich sind und welche sich als Sackgassen erweisen. Darüber hinaus verdeutlicht die Erhebung, an welchen Stellen Jugendliche besonders gefährdet sind, aus dem Bildungssystem auszusteigen. Mit Hilfe der Studienergebnisse kann die Stadt Stuttgart weitaus genauer als bislang bestimmen, welche Jugendlichen wann Hilfe benötigen.

Die Studie hat im Jahr 2007 begonnen. In der zweiten Folgeerhebung im Herbst vergangenen Jahres befragte das Deutsche Jugendinstitut 700 Schulabgänger des Jahres 2007. Die Teilnehmer der Studie hatten zu diesem Zeitpunkt das erste Jahr einer Ausbildung, weiterführenden Schule oder Berufsvorbereitung beendet.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil der Jugendlichen in ungeförderter Ausbildung mittlerweile auf 37 Prozent angestiegen ist. Im Herbst 2007 waren dies unmittelbar nach Ende der Schule 24 Prozent. Der Anteil der Jugendlichen, die sich in Berufsvorbereitung befinden, sinkt auf zehn Prozent. Im Vorjahr betrug ihr Anteil noch 27 Prozent. Die Zahl der Jugendlichen, die auch im zweiten Jahr nach Verlassen der Schule keinen Anschluss gefunden haben, hat sich von zwei auf sechs Prozent deutlich erhöht. Für einen Teil der Jugendlichen verläuft der Anschluss an das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und Berufseinstiegsjahr (BEJ) erfolgreich. Jedoch gehen 28 Prozent nochmals ein Jahr in Berufsvorbereitung, 13 Prozent jobben oder fallen ganz aus dem Angebotsnetz heraus. Davon sind die Absolventen der Förderschulen härter betroffen als die ehemaligen Hauptschülerinnen und Hauptschüler.

Die Verwaltung sieht aufgrund dieser Ergebnisse Handlungsbedarf darin, Ausbildungsverhältnisse zu stabilisieren und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden; Jugendliche, die einen höheren Schulabschluss anstreben, zu unterstützen; die Berufsvorbereitung dahingehend zu verbessern, dass Schüler anschließend leichter eine Lehrstelle finden; insbesondere Jugendliche, die zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Netz herausgefallen sind, wieder in das Bildungssystem aufzunehmen.



Übergangsmanagement Schule-Beruf

Der erste Umsetzungsbericht und die neue Übersicht über die Stuttgarter Angebote zum Übergangsmanagement Schule-Beruf wurden Verwaltung im Jugendhilfeausschuss vom 12. Oktober vorgelegt. Seit 2005 wird in Stuttgart im Bereich der beruflichen Übergangsförderung intensiv an einer Verbesserung der Kooperation und Verzahnung der Angebote unter Federführung der Steuerungsgruppe „u25“ gearbeitet. Ziele des Gesamtfördersystems „u25“ sind, Berufskarrieren statt Maßnahmekarrieren von jungen Menschen zu ermöglichen, Ressourcen effektiver zu bündeln und Doppelstrukturen abzubauen sowie ein aufeinander abgestimmtes Baukastensystem der Hilfen im Übergang Schule-Beruf zu entwickeln.

Die Aufnahme der Landeshauptstadt Stuttgart in das nationale Förderprogramm „Perspektive Berufsabschluss/Regionales Übergangsmanagement“ und die damit verbundene Einrichtung einer Koordinationsstelle macht es möglich, in diesen Zielsetzungen in den nächsten Jahren ein gutes Stück voran zu kommen.

Die Verwaltung hat am 28. September den ersten ausführlicheren Bericht zum Stand des Übergangsmanagements Schule-Beruf und seinem Handlungsprogramm vorgelegt. Unter anderem wurden unter dem Stichwort „Abgestimmte Maßnahmeplanung“ Ergebnisse einer aktuellen Bedarfssammlung vorgelegt und entlang einer 10-Punkte-Liste Vorschläge für in kommunaler Verantwortung umsetzbare Maßnahmen unterbreitet.

Wo ist die Dienstleistung der Koordinierungsstelle Übergangsmanagement Schule-Beruf konkret nützlich? Zwei Beispiele: Ab Herbst können einzelne Schulen Unterstützung erhalten bei der Abstimmung der Angebote zur Berufsorientierung, bei der Entwicklung einer konsequenteren Elternarbeit zur Unterstützung der beruflichen Übergänge ihrer Kinder oder beim weiteren Aufbau von Mentorenangeboten. Begonnen wird mit der Unterstützung von fünf bis sechs Hauptschulen. Weitere Schulen können sich bei Interesse melden.

Ein „Produkt“ aus dieser Arbeit von „RÜM“, wie die Abkürzung für das Übergangsmanagement lautet, ist eine aktualisierte Übersicht über alle Angebote in Stuttgart die Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen können. Dieser Übersicht schafft Transparenz im „Angebotsdschungel“, insbesondere für Praktiker und Praktikerinnen in Beratungsstellen, Jugendhäusern und so weiter, bei denen Jugendliche Rat suchen. Der 83-seitige Reader kann über ruem@stuttgart.de kostenlos angefordert oder über das Internet selbst ausgedruckt werden. Weitere Informationen sind zu finden unter www.stuttgart.de/ruem



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